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Gasverbrauch abschätzen

Zwischen einem Passivhaus mit 10 Kilowattstunden je Quadratmeter und einem unsanierten Altbau mit über 150 liegt der Faktor fünfzehn. Wer noch keine Jahresabrechnung hat, kommt über Wohnfläche, Dämmzustand und Alter des Kessels zu einer brauchbaren Größenordnung.

Ihr Zuhause

20 m²350 m²

Den Heizwärmebedarf Ihres Gebäudes finden Sie im Energieausweis.

Ein Teil der eingesetzten Energie geht als Abgaswärme verloren, bei alten Kesseln ein Viertel.

Warmwasser und Kochen

Geschätzter Jahresverbrauch

rund bei einem Umrechnungsfaktor von 11

Heizung
Warmwasser
Kochen

Kosten für diesen Verbrauch

Wie die Schätzung zustande kommt

Der Heizwärmebedarf sagt, wie viel Wärme ein Gebäude im Jahr je Quadratmeter braucht. Er steht im Energieausweis und ist die Kennzahl, nach der Gebäude in Klassen eingeteilt werden. Was aus dem Gaszähler kommt, ist aber mehr: Ein Teil der Energie geht im Kessel als Abgaswärme verloren. Deshalb wird der Wärmebedarf durch den Nutzungsgrad der Anlage geteilt.

Heizung = Wohnfläche × Heizwärmebedarf ÷ Nutzungsgrad

Warmwasser = Personen × 1.000 kWh

Jahresverbrauch = Heizung + Warmwasser + Kochen

Ein modernes Brennwertgerät kommt auf rund 95 Prozent Nutzungsgrad, ein älterer Heizwertkessel auf etwa 85, ein Kessel jenseits der 25 Jahre auf drei Viertel. Bei 130 Kilowattstunden Wärmebedarf je Quadratmeter macht der Tausch eines alten gegen ein neues Gerät auf 120 Quadratmetern rechnerisch gut 4.000 Kilowattstunden im Jahr aus.

Richtwerte nach Gebäudezustand

Die Klassen im Energieausweis richten sich nach der OIB-Richtlinie 6. Für die Schätzung genügt eine grobe Einordnung.

Gebäude Heizwärmebedarf 100 m² mit Heizwertkessel
Passivhaus unter 10 kWh/m² im Jahr 1200 kWh
Niedrigenergiehaus bis 25 kWh/m² 2900 kWh
Neubau oder Vollsanierung bis 50 kWh/m² 5300 kWh
Sanierter Altbau bis 100 kWh/m² 10000 kWh
Durchschnittlicher Bestand bis 150 kWh/m² 15300 kWh
Unsanierter Altbau über 150 kWh/m² 21200 kWh

Reiner Heizanteil ohne Warmwasser, gerechnet mit einem Nutzungsgrad von 85 Prozent.

Wo die Schätzung an ihre Grenzen kommt

Zwei Haushalte im selben Haus, mit derselben Fläche und derselben Therme, können sich im Verbrauch um die Hälfte unterscheiden. Das liegt an Dingen, die keine Formel abbildet:

  • Raumtemperatur. Jedes Grad mehr kostet grob sechs Prozent Heizenergie. Zwischen 20 und 23 Grad liegen damit fast 20 Prozent.
  • Lage im Gebäude. Eine Wohnung zwischen zwei beheizten Nachbarn braucht spürbar weniger als eine Eckwohnung im obersten Stock mit drei Außenwänden.
  • Der Winter selbst. Kalte Jahre kosten deutlich mehr als milde. Netzbetreiber glätten diesen Effekt in ihren Mengenprognosen über mehrjährige Mittel.
  • Lüftungsgewohnheiten. Gekippte Fenster über Stunden ziehen mehr Wärme ab als kurzes Querlüften, ohne die Luft besser auszutauschen.

Sobald die erste Jahresabrechnung vorliegt, ist deren Wert in Kilowattstunden die bessere Grundlage. Bis dahin taugt die Schätzung, um Teilbeträge festzulegen oder Angebote zu vergleichen.

Häufige Fragen

Wie viel Gas verbraucht ein Haushalt durchschnittlich?

Die E-Control rechnet ihre Preisvergleiche mit 15.000 Kilowattstunden im Jahr für einen mit Gas beheizten Durchschnittshaushalt. Eine gut gedämmte Wohnung liegt deutlich darunter, ein unsaniertes Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern kommt schnell auf das Doppelte.

Wo finde ich meinen tatsächlichen Gasverbrauch?

Auf der Jahresabrechnung, ausgewiesen in Kilowattstunden. Wer noch keine hat, liest den Zähler über einen bekannten Zeitraum ab und rechnet die Kubikmeter mit dem Umrechnungsfaktor der Netzrechnung in Kilowattstunden um. Eine Schätzung ersetzt diesen Wert nicht.

Wie viel Gas geht für Warmwasser drauf?

Wird das Warmwasser über die Gastherme bereitet, rechnet man je Person mit ungefähr 800 bis 1.200 Kilowattstunden im Jahr. In einem Haushalt mit Gasheizung macht das grob 15 bis 20 Prozent des Jahresverbrauchs aus, der große Rest entfällt auf die Heizung.

Warum weicht die Schätzung von meiner Rechnung ab?

Weil das Heizverhalten stark streut. Zwei bauähnliche Haushalte können sich um die Hälfte unterscheiden, je nach Raumtemperatur, Lüftungsgewohnheiten, Lage der Wohnung im Gebäude und Strenge des Winters. Die Schätzung liefert eine Größenordnung, keinen Abrechnungswert.